Berümte Schimpansin stirbt in hohem Alter
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Berümte Schimpansin stirbt in hohem Alter

Dienstag, 05 April 2016
Berümte Schimpansin stirbt in hohem Alter

Am Dienstag, den 5. April 2016 starb die Schimpansin Mama im Alter von 59 Jahren im Königlichen Burgers’ Zoo als älteste Schimpansin der Niederlande. In ganz Europa gibt es nur zwei Schimpansen, die noch älter sind. Schätzungsweise wurde Mama 1957 in der Wildnis geboren und lebte danach viele Jahre im Leipziger Zoo. 1971 kam Mama zusammen mit den Schimpansinnen Gorilla und Franje nach Arnheim, wo sie den Beginn einer neuen Schimpansenkolonie bildeten, die weltberühmt werden sollte. 

Gemeinsam in einem Gehege

Zum ersten Mal in der Zoogeschichte wurden verschiedene erwachsene Schimpansen gemeinsam in einem Gehege gehalten. Experten und Zoodirektoren prophezeiten eine Katastrophe größeren Ausmaßes, aber die Skepsis schlug schnell in Bewunderung um. Unter der Leitung des Verhaltensforschers und emeritierten Professors Jan van Hooff wurden jahrelang Studien in der Schimpansenkolonie durchgeführt. Insbesondere durch die bahnbrechende Verhaltensforschung von Frans de Waal, ein international bekannter Primatologe, wurde Mama wegen ihrer dominanten und einflussreichen Rolle in der Schimpansengruppe berühmt. Ein Alter von 59 Jahren ist für Schimpansen ein hochbetagtes Alter. 

Jan van Hooff, der Verhaltensforscher und emeritierte Professor der Universität Utrecht:

„Sehr viele Menschen, die ich nach Vorträgen und während Schulungen herumgeführt habe, kannten sie. Wenn wir dann zu ihrem Gehege kamen, rannte Mama aus den entlegensten Ecken auf mich zu, um mich von der anderen Seite des Grabens aufgeregt zu begrüßen, auf Schimpansisch, mit einem lauten schnaufenden „ohoh!“ Im letzten Jahr ging das immer schwieriger. Sie brauchte immer länger, bevor sie stolpernd den Graben erreichte. Ich werde sie sehr vermissen.“

Sehr einflussreich

In ihren besten Tagen stand Mama an der absoluten Spitze der Schimpansenweibchen innerhalt der Arnheimer Schimpansengruppe. Frans de Waal bezeichnet sie in seinem viel gerühmten Buch Chimpanseepolitiek (Schimpansenpolitik) sogar als „ältestes und zweifellos gefährlichstes Weibchen der Gruppe.“ In einer Schimpansengruppe haben die Männer zwar das Sagen, aber ohne die Unterstützung der Weibchen, kann das Alpha-Männchen nicht lange Stand halten. Mama regierte ihre Frauen mit fester Hand. Als einige erwachsene Männchen in die Gruppe eingegliedert wurden, hatten diese kein einfaches Leben und erst nachdem Mama und Gorilla eine Zeit lang abgesondert wurden, entstand eine neue soziale Ordnung.

Nach ihrer Rückkehr in die Gruppe musste sich Mama widerwillig damit abfinden. Trotz ihres Namens war sie eine schlechte Mutter. In einigen Fällen mussten ihre Jungen sogar mit zusätzlicher Hilfe der Pfleger groß gebracht werden. Im späteren Lebensalter wurde sie von ihren Gruppenmitgliedern wegen ihrer versöhnlichen Fähigkeiten und ihrer Vermittlungsrolle in Konflikten geschätzt. Sie hatte ihr ganzes Leben lang einen hohen Rang in der Gruppe inne, auch wenn ihre Enkelin Moramis bereits seit einigen Jahren ihre führende Rolle übernommen hat.

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