Cor Feenstra:
Terug

Cor Feenstra: "Bei jeder Führung kommt es darauf an, dass man genau anschaut, welche Gruppe man vor sich hat"

Donnerstag, 19 April 2018
 Cor Feenstra:

Besucher in Burgers’ Zoo sehen in schöner Regelmäßigkeit Gruppen von Menschen, die in Öko-Displays wie Bush, Ocean oder Mangrove gemeinsam mit einer engagierten, in eine hellgrüne Jacke gekleideten Person unterwegs sind – dem Tierpark-Guide. Häufig hält dieser Guide irgendwo an und zeigt seinen Zuhörern ein Detail, erklärt etwas zu den bunten Blumen oder dem tropischen Vogel am Wegesrand. An anderer Stelle im Zoo stehen Guides hinter Informationsständen, wo sie Geschichten zu den Tieren und der Natur anhand von ausgestellten Objekten erzählen.

Wer sind diese Guides und was ist ihr Antrieb? Wie wird man eigentlich Guide im Burgers’ Zoo? Und was erzählen diese Guides unseren Besuchern? In unserer zweiten Folge begleiten wir einen Guide durch das Öko-Display Bush: Wir stellen Cor Feenstra vor!

Obwohl Cor Feenstra (67) aus Didam inzwischen bereits seit drei Jahren in Pension ist, ist er wahrscheinlich beschäftigter als je zuvor! Der sympathische Mann ist für Burgers’ Zoo in unterschiedlichen Bereichen im Einsatz. Er strahlt jede Menge Energie aus und ist sehr aktiv: Wer ihn kennt, den überrascht es nicht, dass er die Strecke zwischen seinem Wohnort Didam und Burgers’ Zoo mit dem Fahrrad zurücklegt: „Fünf Viertelstunden ungefähr, wenn man gut durchkommt.“ Cor war früher schon lange Zeit ehrenamtlich beim pädagogischen Natur- und Umweltzentrum „Natuur en Milieu Educatie“ in Zevenaar tätig, als zwei andere Ehrenamtliche ihn fragten, ob er nicht gerne als Guide in Burgers‘ Zoo arbeiten würde. In den rund drei Jahren, die Cor mittlerweile als Guide im Einsatz ist, findet man ihn meist als „Klassenexperte“: Er gestaltet als Guide Unterrichtsstunden an Grundschulen und erzählt von den Tieren und der Naturlandschaft in Burgers‘ Zoo. Aber er arbeitet auch als deutschsprachiger Guide, begleitet andere Zoo-Aktivitäten oder hält Vorträge im Namen von Burgers‘ Zoo.

Cor war 43 Jahre lang als Lehrer aktiv – davon 17 Jahre lang als Direktor einer Grundschule. Nach seiner Pensionierung und seiner Bewerbung als Guide hat er mit großem Enthusiasmus die entsprechende Ausbildung absolviert. Seine Liebe zu den Tieren und der Natur hat er vor allem von seinem Vater mitbekommen – ebenso wie seine Begeisterung für die Lehrtätigkeit. Geboren und aufgewachsen ist Cor in Nord-Holland in der Gemeinde Heerhugowaard . Cor hat drei Kinder und acht Enkelkinder. Er liebt es zu kochen – und natürlich draußen im Freien unterwegs zu sein. 

Slak (3)

Wenn man ihn nach seiner Begeisterung für die Tätigkeit als Guide fragt, dann erzählt Cor, dass er andere gerne mitnimmt auf eine Tour, bei der Sehen und Erleben im Mittelpunkt stehen, und er sich mit den Besuchern „gemeinsam auf Entdeckungsreise“ begibt. Die Aufgabe eines Zooführers besteht immerhin zu einem großen Teil daraus, das „Entdecken zu lehren“. Cor nennt sich selbst keinen Spezialisten, sondern einen Generalisten: jemand, der zu vielen Themen etwas erzählen kann. Sein breit gefächertes Interesse an zahlreichen Themen gepaart mit seinem beinahe fotografischen Gedächtnis sorgen dafür, dass er grundsätzlich Informationen sehr schnell abspeichert. Er schätzt es so ein, dass er momentan sicher ein- bis zweimal pro Woche für Burgers’ Zoo im Einsatz ist.

„Bei jeder Führung kommt es in erster Linie darauf an, dass man sich genau anschaut, welche Art von Gruppe man vor sich hat: Sehr kleine Kinder sollte man ganz anders herumführen als eine Gruppe von Geschäftsleuten, die einen Betriebsausflug in den Zoo machen.“ Cor genießt es, wenn Besucher so begeistert sind, dass sie es gar nicht mitbekommen, wenn sie schon über eine Stunde lang im Zoo unterwegs sind. Und er betrachtet es als besondere Herausforderung, Schüler von weiterführenden Schulen herumzuführen: Auch diese versucht er mit der richtigen Begleitung zu begeistern. Cor hat sich auf den Bush spezialisiert – eine Wahl, die er getroffen hat, weil dieses Öko-Display für jeden etwas zu bieten hat. Geschichten über Evolution, Ökologie, Mimikri oder einfach nur über die Vögel oder die besonderen Pflanzenarten, die hier zu finden sind: Tropische Regenwälder sind in vielen Teilen der Welt zu finden und auch Burgers’ Bush ist von der Bepflanzung her in verschiedene Teile der Welt eingeteilt. 

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Während wir umhergehen, erwähnt Cor verschiedene Beispiele aus der Praxis: „Bei dieser Pflanze (Haemanthus albiflos) sind die großen Blätter, die sogenannten Elefantenohren, kennzeichnend. Hier kann man gut erklären, warum diese ‚poor man’s umbrella‘ – Regenschirm des armen Mannes – genannt werden. Außerdem ist die Pflanze, wenn sie zuvor gekocht wurde, essbar. Wird sie nicht gekocht, ist sie giftig und für den Menschen gefährlich. Außerdem lässt sich hier gut erklären, dass die Elefantenohr-Pflanze mit den Aronstab-Gewächsen verwandt ist. Das sind Pflanzen, die Menschen häufig auch aus ihrem eigenen Wohnzimmer kennen. Und plötzlich wird klar, wie viele Zimmerpflanzen ihren Ursprung eigentlich im tropischen Regenwald haben.“ So lassen sich immer wieder neue thematische Brücken finden, die mit Geschichten quer durch den Bush führen.

Mit einem begeisterten Augenzwinkern demonstriert Cor, wie er leicht und sehr natürlich beim Gang durch den Bush immer wieder neue Geschichten anhand dessen, was er sieht, erzählen kann: Es ist, als könnte man sie einfach im Vorbeigehen „greifen“. Dadurch dass er genau auf die Reaktionen seiner Gruppe achtet und ihren Fragen und Anmerkungen Aufmerksamkeit schenkt, werden die Führungen mit Cor zu einer gemeinsamen Entdeckungsreise, die wie maßgeschneidert ist: „Hier kann man beispielsweise erklären, dass Ingwersorten sich daran erkennen lassen, dass ihre Blätter immer stufenartig angeordnet sind, eine nach der anderen. Kinder wiederum würde ich an dieser Stelle eher auf die häufig sehr aktiven Otter aufmerksam machen!“ Gerade die Interaktion, das Eingehen auf die Fragen, die gestellt werden, und die gemeinsame Entdeckungstour machen die Arbeit eines Guides in Cors Augen so schön.

Um sich gut auf seine Führungen durch den Bush vorzubereiten, ist Cor häufig schon anderthalb Stunden vorher anwesend. Er schaut sich um, beobachtet, wo die Tiere sich zu diesem Zeitpunkt aufhalten, und genießt, was er alles entdeckt. „Wenn du Guide im Zoo bist, dann musst du dir klar machen, dass du Gastgeber für Burgers’ Zoo bist – du bist Augen und Ohren des Parks und kannst beispielsweise Kindern freundlich erklären, dass sie die Vögel nicht jagen sollen und warum nicht.“ Während wir im Gespräch eine Zuckerpalme passieren, erzählt Cor, wie viele Besucher erstaunt darüber sind, dass sich so viele Pflanzen im tropischen Regenwald als Nahrung, Gewürz, Gebrauchsgegenstand oder Medizin nutzen lassen. Er nennt Beispiele wie Zimt, Muskatnuss, Kakao, Feigen und Palmzucker. 

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„Viele Menschen haben bei einem Besuch in Burgers’ Bush zahlreiche Vögel gehört, aber um sie auch wirklich zu sehen, muss man ein bisschen Geduld haben. Setzen Sie sich ruhig einmal eine Weile irgendwo im Bush hin und horchen Sie. Schnell werden Sie Vögel überall um sich herum entdecken – einfach dadurch, dass Sie sich Zeit nehmen und die Umgebung aufmerksamer betrachten. Alleine im Bush finden sich 35 Vogelarten! Bei der Suche nach Vögeln kann man Menschen hervorragend klar machen, wie sie schauen und worauf sie achten müssen. Sobald die Besuchergruppen dann selbst anfangen, Vögel zu entdecken, sind sie völlig begeistert.“ Auch die Erdferkel zählen zu Cors Highlights im Bush: „Dadurch, dass das Erdferkel vor allem nachts und in der Dämmerung aktiv sind, trifft man diese Tiere häufiger in Ruhezuständen an. Damit bietet sich auch dem Guide ein Moment der Ruhe, der es ermöglicht, etwas mehr zu dieser besonderen Tierart und deren Anpassung an spezielle Nahrungsangebote zu erzählen. Bezeichnet man in den Niederlanden ein Geburtstagskind als „Feestvarken“, so hat Burgers‘ Zoo daraus das „Feestaardvarken“ gemacht – in Anspielung auf die sehr beliebten Erdferkel im Bush. Niederlandeweit wurde das Erdferkel auf diese Weise zu einer Art Symbol für Burgers‘ Zoo. “ Cors Begeisterung und Hingabe an seine Arbeit wirken schnell ansteckend. Er ist authentisch in seiner Freude daran, Menschen auf eine bunte Abenteuerreise in die Natur mitzunehmen, und genießt ihre Begeisterung sehr.  

Burgers’ Zoo möchte seinen Besuchern die Leidenschaft, das Staunen und die Bewunderung für die Tiere und die Natur gerne vermitteln. Dabei spielen die Tierpark-Guides eine bedeutende Rolle. Wir hoffen, dass auch Cor seine Begeisterung noch lange mit unseren Gästen teilen möchte!

 

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