Deutsche Fachleute untersuchen Fruchtbarkeit der Bären
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Deutsche Fachleute untersuchen Fruchtbarkeit der Bären

Donnerstag, 11 Januar 2018
Deutsche Fachleute untersuchen Fruchtbarkeit der Bären

Deutsche Fachleute vom IZW (Institut für Zoo- und Wildtierforschung) untersuchen am Freitag, den 12. Januar 2018 zusammen mit dem Tierarzt und mit Biologen vom Burgers’ Zoo die Fruchtbarkeit von zwei Malaienbärenweibchen. Beide Damen haben bereits ein recht stattliches Alter: Die eine ist fast 18, die andere 17,5 Jahre alt. Bei einer Untersuchung des IZW am 15. September 2011 hat sich herausgestellt, dass das 13,5 Jahre alte Männchen unfruchtbar ist. Sollte eines der Weibchen oder sogar beide noch fruchtbar sein, so fällt damit der Startschuss für Bären-Umzüge in ganz Europa – im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Das Arnheimer Männchen ist in den Allwetterzoo Münster umgezogen, während ein neues Männchen von Edinburgh (Schottland) im Burgers’ Zoo erwartet wird. Auf diese ersten Zoo-Wechsel würde anschließend ein europaweites Transfer-Karussell folgen: mit dem Ziel, über ganz Europa verteilt so viele potenzielle Malaienbären-Paare wie möglich zu bilden. 

Herausforderungen für das europäische Zuchtprogramm 

Der Malaienbär ist eine Tierart, bei der die Fortpflanzung in Zoos nicht leicht gelingt. Der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms steht diesbezüglich vor mehreren interessanten Herausforderungen. Männliche Malaienbären können etwa ab ihrem dritten Lebensjahr Junge zeugen, Weibchen sind ungefähr ab ihrem vierten Lebensjahr fruchtbar. Aus den im Europäischen Zuchtbuch erfassten Daten geht hervor, dass es eine Malaienbärin gibt, die erst mit 16 Jahren ihr erstes Junges geboren hat. Das älteste Männchen im Zuchtbuch wurde mit 13 Jahren Vater. Diese Daten bieten Grund zur Hoffnung für die derzeitige Situation in Arnheim, falls ein fruchtbares Männchen in Richtung Niederlande umzieht. Aus dem Europäischen Zuchtbuch ist ebenfalls ersichtlich, dass die heutige Population in Europa allmählich stark veraltet. Die Zahl der Tiere, die noch fruchtbar sein könnten, ist relativ klein. In Tierparks können Malaienbären bis zu dreißig Jahre alt werden. Im vergangenen Jahr wurde aber in sämtlichen europäischen Zoos nur ein einziger Malaienbär geboren und dieses Junge ist bedauerlicherweise schon nach einem Tag gestorben. Zu allem Überfluss ist das Verhältnis zwischen Männchen und Weibchen alles andere als ausgewogen: In Europa gibt es mindestens zweimal so viele Weibchen wie Männchen. Mit anderen Worten: Junge Malaienbären-Männchen sind für die Zukunft des europäischen Zuchtprogramms sehr willkommen!

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Das Startzeichen für ein europäisches Transfer-Karussell?

Alle europäischen Tierparks, die Malaienbären halten, stellen sich der Herausforderung gemeinsam und wollen ihre Kräfte bündeln, um an möglichst vielen Orten in Europa potenziell erfolgreiche Zuchtpaare zu bilden. Die Karten werden sozusagen neu gemischt. Wenn sich am Freitag, den 12. Januar  herausstellt, dass eines oder beide Weibchen noch fruchtbar sind, bildet dies den Auftakt für ein europäisches Transfer-Karussell, bei dem die Bären übrigens den Partnerzoos einfach geschenkt werden. Das größere gemeinsame Zukunftsziel für diese Tierart wiegt schwerer als die Einzelinteressen der beteiligten Tierparks. Dank der intensiven europäischen Zusammenarbeit auf Grundlage von wissenschaftlichem Forschungsmaterial (Genforschung mit DNA-Material als Input für das professionell betriebene Zuchtprogramm) werfen die gemeinsamen Bemühungen hoffentlich bald Früchte ab. Wenn nicht, wäre die letzte verbleibende Option, dass in naher Zukunft Malaienbären von anderen Kontinenten (Nord- und Südamerika sowie Asien) nach Europa kommen, um frisches Blut in die europäische Population zu bringen. Reisen über Kontinente hinweg bedeuten allerdings wegen der großen Distanzen und zusätzlicher tierärztlicher Präventionsmaßnahmen viel größere Strapazen für Mensch und Tier. Deshalb wird diese Option erst in Betracht gezogen, wenn die neue Verteilung der europäischen Malaienbären-Population nicht zu den gewünschten Zuchterfolgen führt.

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