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Zoo(m): Details aus der Welt hinter den Kulissen des Tierparks
Terug

Zoo(m): Details aus der Welt hinter den Kulissen des Tierparks

Mittwoch, 01 August 2018
Zoo(m): Details aus der Welt hinter den Kulissen des Tierparks

Keine Tierart ist wie die andere. Die Redewendung „sie vermehren sich wie die Kaninchen“ trifft leider nicht auf alle tierischen Zoobewohner zu. So stellen die Malaienbären die Biologen und Tierpfleger vor einige interessante Aufgaben.

Malaienbären sind bekannt als „die kleinsten der großen Bären“: Im Gegensatz zu den stattlichen Sibirischen Braunbären oder Kodiakbären (beide sind Unterarten des Braunbären) haben Malaienbären die Größe eines kräftigen Rottweilers. Und auch die Färbung erinnert stark an diese bekannte Hunderasse. Die Redewendung „klein aber oho“ trifft dagegen auf diese Bärenart und ihr interessantes natürliches Verhalten mit Sicherheit zu. Malaienbären sind wahrscheinlich die aktivsten der großen Bären. Sie können ausgezeichnet klettern und graben und sind erstaunlich stark und schnell. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet hat die Bevölkerung daher eine heilige Scheu und einen begründeten Respekt vor diesen auf den ersten Blick so niedlich aussehenden Tieren!

Nun gut, das sind interessante Hintergrundinformationen. Aber woran liegt es nun, dass die Malaienbären im Zoo für Herausforderungen sorgen? Zunächst einmal pflanzen sich Malaienbären in den europäischen Tierparks nur sehr spärlich fort. So erfolgreich die Zucht beispielsweise bei Löwen, Capybaras oder Zebras funktioniert, wo sogar regelmäßig Empfängnisverhütungsmittel eingesetzt werden müssen, so schwer lässt sich diese Säugetierart zur Fortpflanzung verführen. Obendrein kommt die Tierparkpopulation der Malaienbären allmählich in die Jahre. Sie kämpft mit einem deutlichen Überschuss an weiblichen Tieren, von denen viele auf das Ende ihres fortpflanzungsfähigen Alters zusteuern. Und überdies sind Malaienbären bei den Ansprüchen an ihr Lebensumfeld nicht leicht zufriedenzustellen. Das also sind die Herausforderungen!

Für viele bedrohte Tierarten bestehen europäischen Zuchtprogramme. Diese werden jeweils von einem zentralen Koordinator geleitet, der sich mit der betreffenden Art besonders gut auskennt. Ein solcher Biologe verwaltet alle verfügbaren Daten über sämtliche Exemplare der Art, die in europäischen Tiergärten leben. Der Malaienbär wird nur in wenigen europäischen Zoos gehalten: Es sind insgesamt nicht mehr als 40 Tiere, von denen nur 13 männlich sind. Da Wissenschaftler den Bestand der Malaienbären in freier Wildbahn als „gefährdet bis bedroht“ einstufen, besteht auch für diese Tierart ein europäisches Zuchtprogramm in Tierparks. Der Burgers’ Zoo hat nach intensivem Austausch mit dem Koordinator die Empfehlung erhalten, das leider unfruchtbare Männchen aus Arnheim in den Allwetterzoo Münster zu bringen, um anschließend ein bewährtes Zuchtmännchen aus dem Zoo von Edinburgh aufzunehmen. Eine Untersuchung Untersuchung durch deutsche Spezialisten, die über viel Erfahrung mit Fruchtbarkeitstests bei Säugetieren verfügen, hat gezeigt, dass eines der beiden Weibchen aus dem Arnheimer Zoo bedauerlicherweise bereits unfruchtbar ist. Bei dem anderen Weibchen liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Trächtigkeit bei etwa 50 Prozent, aber auch bei dieser Bärin tickt die Uhr.

Der Arnheimer Zoo hofft nun, dass das Eintreffen des virilen schottischen Adonis bei den Bärendamen für einen positiven Impuls sorgen wird: mit dem Ziel, dass er buchstäblich „Leben in die Bude“ bringt.

 

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