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Zoo(m): Details aus der Welt hinter den Kulissen des Tierparks

Mittwoch, 15 August 2018
Zoo(m): Details aus der Welt hinter den Kulissen des Tierparks

Während die Besucher in den belebten Sommermonaten durch den Tierpark flanieren und sich in Ruhe umschauen, ist das Team aus Biologen und Tierpflegern vollauf beschäftigt: mit Plänen für die kommenden Monate, täglichen Herausforderungen in der Tierwelt oder Vorbereitungen für das Eintreffen einer neuen Tierart. In dieser Sommerrubrik werfen wir einen Blick in die Welt hinter den Kulissen des Arnheimer Tierparks Königlicher Burgers’ Zoo.

Schätzungen zufolge leben nicht einmal mehr tausend Sri-Lanka-Leoparden in freier Wildbahn auf der gleichnamigen Insel. Die Jagd wegen des kostbaren Pelzes und anderer Körperteile, die Abholzung der Wälder für Ackerbau und Viehzucht, die vorrückende Bevölkerung und der jahrelange Bürgerkrieg zwischen den Tamil Tigers und der Regierung haben den Sri-Lanka-Leoparden stark in Bedrängnis gebracht.

Der Burgers’ Zoo nimmt schon seit Jahren an dem Zuchtprogramm innerhalb der europäischen Tierparks teil, die diese Großkatzen halten. Viele junge Leoparden haben in Arnheim das Licht der Welt erblickt. Ein Weibchen hat im Arnheimer Tierpark sogar so viele Junge geboren, dass der Koordinator des Zuchtprogramms die Empfehlung aussprach, mit diesem Weibchen nicht weiter zu züchten. Als das alte Zuchtmännchen schließlich an Altersschwäche starb, eröffnete sich eine neue Chance. Der französische Tierpark Saint Martin-la-Plaine schickte ein Leopardenmännchen, das einige Jahre zuvor in Arnheim auf die Welt gekommen war. Da sein eigener Vater das Zuchtmännchen in Burgers’ Zoo war und kein Weibchen für ihn zur Verfügung stand, das nicht mit ihm verwandt ist, war er seinerzeit zunächst nach Frankreich umgezogen. Aus dem ehemaligen Tierpark Emmen kam ein junges Leopardenweibchen nach Arnheim, das genetisch mit dem neuen Männchen nicht verwandt ist. Ein sehr wichtiges Weibchen, dessen Junge im Stammbuch überaus willkommen sind!

Leoparden sind jedoch typische Einzelgänger, und zwei erwachsene Tiere unterschiedlichen Geschlechts dulden sich nur in den fruchtbaren Tagen des Zyklus, also wenn das Weibchen rollig ist. Außerhalb dieser Zeit kann die Begegnung für das Weibchen – in einem Tierpark ebenso wie in der Natur – tödlich ausgehen! Die Einführung zweier neuer Tiere muss also sehr umsichtig, Schritt für Schritt, vonstattengehen. Zuerst können die Tiere einander nur riechen, in einem nächsten Schritt sehen sie sich, sind allerdings durch Gitter voneinander getrennt. Wenn der Moment gekommen ist, geht das Kennenlernen meist mit einigen gegenseitigen Klauenhieben und Scheinangriffen einher. Wenn alles gut geht, finden jedoch schließlich mehrere Paarungen statt, bis das Männchen das Interesse verliert und die Tiere wieder voneinander getrennt werden müssen.

Im Wissen um das natürliche Verhalten von Leoparden und ihre einzelgängerische Lebensweise muss ein Tierpark folglich mehrere Gehege für Leoparden einrichten, in denen die Tiere durch Luken leicht voneinander getrennt werden können. Die Leoparden werden bewusst dazu angeregt, ihr natürliches, forschendes Verhalten auszuleben, indem sie regelmäßig die Gehege tauschen. Sie nehmen auf diese Weise den Geruch ihrer Artgenossen wahr und werden immer wieder mit einem neuen Lebensumfeld konfrontiert. Das verhindert Langeweile und hält die Tiere geistig fit.

Wichtig für den Zuchterfolg ist auch, dass das Leopardenweibchen über ein Geburtsgehege verfügen kann, in dem es sich sicher und geborgen fühlt. Sobald ein trächtiges Weibchen sich hierhin zurückzieht, darf es absolut nicht mehr gestört werden.

Dank dem Wissen über das natürliche Verhalten und der Vorsorgemaßnahmen, die die Tierpfleger getroffen haben, ist es tatsächlich erneut geglückt: In der Nacht des 26. Mai 2018 wurden zwei Leopardenjunge geboren, die wahrscheinlich im August erstmals in ihrem Außengehege zu sehen sein werden.

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