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Worauf warten wir eigentlich?
Terug

Worauf warten wir eigentlich?

Mittwoch, 28 August 2019
Worauf warten wir eigentlich?

„Der Koordinator des Zuchtprogramms sucht für uns einen neuen Elefanten.“ „Wir warten auf ein neues Zuchtmännchen bei den Giraffen.“ Als treue Besucher des Zoos haben Sie Meldungen dieser Art schon oft gehört. Aber was verbirgt sich hinter all der Warterei, warum geht das nicht schneller?

Der Burgers’ Zoo hat seit etwa drei Jahren bei den Giraffen kein Zuchtmännchen mehr. Erwachsene Giraffenmännchen sind in der Natur nicht Teil der Gruppe. So bedeutet das Fehlen eines Männchens glücklicherweise kein großes Problem für das tägliche Wohlbefinden dieser Art. Passionierte Zoobesucher, die in zahlreichen anderen Tierparks Giraffenherden sehen, könnten dennoch einwenden, dass es doch nicht so schwer sein kann, ein passendes Männchen für unsere Giraffenweibchen zu finden. Der Koordinator des europäischen Zuchtprogramms für Giraffen, in diesem Fall ein Biologe aus dem Tierpark in Gelsenkirchen, muss selbstverständlich darauf achten, dass die Giraffen-Unterart exakt die richtige ist. Im Burgers’ Zoo leben Rothschild-Giraffen. Dass die internationale Giraffenforschung aufgrund von DNA-Analysen kürzlich beschlossen hat, die gesamte Giraffen-Systematik über den Haufen zu werfen, ist sicher ein Problem, das dem Koordinator schlaflose Nächte bereiten könnte – aber das ist nicht der Grund, weshalb die Zuteilung eines neuen Männchens so lange dauert!

Den Fuß auf der Bremse


Die Zucht von Giraffen läuft in ganz Europa im Grunde zu gut. So gut, dass der Koordinator entschieden hat, auf die Bremse zu treten. Tierparks, die ein neues Zuchtmännchen beantragen, müssen sich mehrere Jahre gedulden. Und wenn es so weit ist, wird häufig ein genetisch passendes, aber noch relativ junges Tier an seinen neuen Bestimmungsort geschickt. Das vereinfacht den Transport und es geht noch einmal etwas Zeit ins Land, bis nach 14 Monaten Trächtigkeit wieder ein Junges geboren wird. Auf diese Weise kontrolliert der Koordinator die Größe der Population und verhindert, dass mehr Giraffen auf die Welt kommen, als untergebracht werden können.

Schwertransport


Kurz nach Ostern mussten wir die betagte Elefantin Rekka wegen diverser Alterskrankheiten einschläfern lassen. Ihre Artgenossin, die steinalte Pinky, lebt seitdem allein. Da Elefanten soziale Tiere sind, wollten wir nicht, dass Pinky allzu lange einsam bleibt. Der Burgers’ Zoo hält Asiatische Elefanten nicht mit dem Ziel, eine Zuchtgruppe zu bilden, sondern möchte alten Elefantendamen, die anderswo nicht mehr richtig in die Gruppe passen, einen angenehmen „Altersruhesitz“ bieten. Schon bald nach Rekkas Tod wurde uns ein solches Tier vorgestellt: ein 51 Jahre altes Elefantenweibchen, das in einem schwedischen Tierpark lebt und dort mit den anderen Weibchen aneinandergeraten war. Schon seit einiger Zeit wird dieses Weibchen von der Herde getrennt gehalten. Es hatte in jüngeren Jahren kein einfaches Leben. Nachdem der Burgers’ Zoo nun zugestimmt hat, dieses Elefantenweibchen aufzunehmen, muss zunächst ein Berg Papierkram, wie die CITES-Bescheinigungen bzw. Transportgenehmigungen, erledigt werden. Ferner werden medizinische Tests durchgeführt, um den Gesundheitszustand des Tiers zu ermitteln. Im Burgers’ Zoo selbst werden kleinere Änderungen am Gehege vorgenommen, um der neuen Elefantendame einen möglichst guten Empfang zu bereiten und sie in Ruhe mit unserem Weibchen bekanntmachen zu können. Als Nächstes muss der Umzug bei einem international operierenden Spediteur für Spezialtransporte gebucht werden, der sich mit der Beförderung so großer Tiere auskennt. Und schließlich spielt sogar das Wetter eine Rolle, denn ein langer Transport in sengender Sommerhitze ist keine Option. Sie sehen, so ein Transport ist kein Spaziergang. Deshalb verlangt es etwas Geduld, bis wir einen neuen Bewohner im Burgers’ Zoo begrüßen oder ein Tier in einen anderen Tierpark umsiedeln können.

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