In einem feuchtwarmen Klima wie diesem gedeiht die Vegetation natürlich üppig. Das ganze Jahr über müssen die Pflanzen in Burgers’ Bush regelmäßig zurückgeschnitten werden, aber die größten Mengen werden im Herbst gekappt. Die Wiederverwertung der wertvollen Nährstoffe ist in einem tropischen Regenwald essenziell. Auf den ersten Blick würde man aufgrund der opulenten Vegetation und der immensen Vielfalt an Pflanzenarten vermuten, dass der Boden in einem tropischen Regenwald sehr nährstoffreich sein muss. Aber das Gegenteil ist der Fall: Der Boden ist ausgesprochen mager. Tropische Regenwälder werden aus diesem Grund manchmal auch als „bewaldete Wüsten“ bezeichnet. Sämtliche Nährstoffe, die von Bakterien, Schimmelpilzen und Kleintieren durch den Abbau von verrottendem Pflanzenmaterial freigesetzt werden, nimmt das Wurzelsystem der Pflanzen sofort wieder auf und nutzt sie für weiteres Pflanzenwachstum.
Ein Großteil des Pflanzenrückschnitts wird gehäckselt und wieder in den Waldboden eingebracht. So bleiben die Nährstoffe in Burgers’ Bush im System. Der Kreislauf ist intakt, die Pflanzen werden nicht zusätzlich gedüngt. Ein kleiner Teil der frischen „Grünabfälle“ wird auch als Tierfutter verwendet, beispielsweise für die Elefanten oder für laubfressende Affen. Im tropischen Regenwald tobt ein ständiger Kampf um das Sonnenlicht, deshalb siedeln sich viele Pflanzen in den Baumkronen auf den Zweigen anderer Pflanzen an: sogenannte Aufsitzerpflanzen oder Epiphyten. Der Rückschnitt ist auch aus forstwirtschaftlichen Gründen wichtig: Wir möchten die Vielfalt der unterschiedlichen Entwicklungsstadien des tropischen Regenwalds demonstrieren.
Wie im Regenwald fällt auch in unserem Bush schon einmal ein Baum um. Das nutzen wir, um kleine Lichtungen zu schaffen, auf denen das Sonnenlicht vorübergehend den Boden erreicht. Dadurch bekommen die Pflanzen am Waldboden die Chance, sich in ihrem Wachstum voll zu entfalten.