Die Rache des Zeus an Lykaon
In der griechischen Mythologie wird Lykaon von Zeus in einen Wolf verwandelt, nachdem er dem Göttervater Menschenfleisch aufgetischt hat, um ihn auf die Probe zu stellen. Lykaon hatte seinen eigenen siebenjährigen Sohn getötet und dessen Fleisch gekocht. Er wollte die Allwissenheit des Göttervaters testen und ihn dazu verleiten, ein grauenvolles Verbrechen zu begehen, indem er Menschenfleisch essen würde. Zur Strafe für diesen Frevel musste Lykaon fortan als Wolf durchs Leben gehen. Seine Geschichte hat in unserer Kultur ihre Spuren hinterlassen. So lautet beispielsweise der wissenschaftliche Name des Afrikanischen Wildhunds Lycaon pictus. Wir begegnen ihm auch in dem Begriff der klinischen Lykanthropie, einer psychischen Störung, bei der die Betroffenen unter der Wahnvorstellung leiden, dass sie sich in einen Wolf verwandeln oder verwandelt haben, nur rohes Fleisch essen und sich mit den Füßen hinter den Ohren kratzen.