Ein Moment für eine bewusste Entscheidung...

Wir verwenden Cookies, um Ihren Besuch auf unserer Website so benutzerfreundlich und persönlich wie möglich zu gestalten. Mithilfe dieser Cookies können wir unter anderem die Website analysieren, den Benutzerkomfort verbessern und Ihnen die relevantesten Informationen anzeigen. Da der Schutz Ihrer Daten im Internet wichtig ist, bitten wir Sie, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um eine bewusste Entscheidung zu treffen. Lesen Sie, wie wir mit Datenschutz und Cookies umgehen.

Platzende Borke
Terug

Platzende Borke

Montag, 17 Juni 2019
Platzende Borke

Die Insel Madagaskar, von der die Kattas und Mohrenmakis ursprünglich stammen, besitzt eine einzigartige Flora. Die für die Insel charakteristischen Affenbrotbäume wirken mit ihrem ausgesprochen dicken Stamm und der kleinen Krone, die aussieht wie ein Wurzelballen, wie vom Himmel gefallen. Und was ist mit den Didierea-Pflanzen, die den südlichen Dornenwald bilden? Das sind Sukkulenten mit langen Trieben und riesigen Dornen. Es ist eine echte Herausforderung, diese ganz spezielle Flora in unseren Breiten zu imitieren.

Charakteristisch

Viele Pflanzenarten, die in den madagassischen Tropen vorkommen, würden in den Niederlanden im Freien nicht überleben. Zudem dürfen die Pflanzen für die Tiere natürlich nicht giftig sein. Oder allzu verlockend, denn dann bleibt von ihnen nichts übrig. In vielen Fällen arbeiten wir mit Doppelgängern, also mit Pflanzen, die ihren madagassischen Pendants auf gewisse Weise ähneln. Anknüpfungspunkt ist oft ein ins Auge fallendes Merkmal: beispielsweise typische Blattformen oder -farben, Blüten, Dornen oder eine auffällige Borke.

Schnabel-Yucca

Auf vielen Fotos von Madagaskar sieht man die Sisal-Agave (Agave sisalana) mit ihren dicken, spitzen und länglichen Blättern. Die ursprünglich südmexikanische Agave wurde wegen ihrer nutzbaren Fasern auf der ganzen Welt angebaut. So auch auf Madagaskar, wo die Agave gut gedeiht. Kattas fressen die Blüten dieser Pflanze. Als Doppelgänger wächst in Burgers’ Park die blaublättrige Yucca (Yucca rostrata), die Kälte viel besser verträgt. Die Pflanze verdankt ihren Beinamen „Schnabel-Yucca“ der Form ihrer Samen.

Stachelige Dorne

Ein anderes Merkmal vieler Pflanzen auf Madagaskar sind Dornen. Das gilt beispielsweise für die laubabwerfende Fettpflanze Alluaudia procera, die den Beinamen „Madagaskar-Ocotillo“ trägt. Sie ähnelt nämlich dem Kalifornischen Federbuschstrauch oder Ocotillo aus der Sonora-Wüste (Fouquieria splendens), der auch in Burgers’ Desert wächst. Als Doppelgänger finden sich im neuen Außengehege Baumaralie (Kalopanax septemlobus) und Täuschende Stachelesche (Zanthoxylum simulans).

Kork-Eiche

Um das außergewöhnliche Außengehege zu vervollständigen, fiel die Entscheidung auf die immergrüne Kork-Eiche (Quercus suber). Ein großes Exemplar steht in Reichweite des Besucherwegs. Ihre äußerst raue Borke, die aus dicken, rissigen Schichten besteht, wirkt, als würde sie aufplatzen. Die isolierende Schicht schützt den Baum vor Bränden. Wo andere Bäume vollkommen niederbrennen, kann der Stamm der Kork-Eiche einen Waldbrand überleben und anschließend wieder frisch austreiben. Eine praktische Taktik, um in Südeuropa und Nordafrika zu überleben, wo Naturbrände nichts Ungewöhnliches sind. 

Kork

Die Gewinnung von Kork erfolgt noch immer in Handarbeit und muss sehr präzise durchgeführt werden. Der Baum selbst darf nämlich nicht beschädigt werden. Die erste Korkernte kann stattfinden, wenn die Bäume etwa 25 Jahre alt sind. Anschließend dauert es jedes Mal etwa zehn Jahre, bis die Korkschicht wieder dick genug ist, um geerntet zu werden. Glücklicherweise werden die Bäume älter als zweihundert Jahre. 

Insgesamt ist es uns gelungen, das neue Außengehege für die Kattas und Mohrenmakis wie eine Insel voller auffälliger Pflanzen zu gestalten, die sich deutlich von der sie umgebenden Veluwer Landschaft abhebt.

 

 

 

Kommentare


Mehr News


Fast vierzig Jahre lang „bildprägend“

Fast vierzig Jahre lang „bildprägend“

Freitag, 20 September 2019

Wer den Zoo regelmäßig besucht, dem ist ihr Anblick ebenso vertraut wie die Brillenpinguine am Haupteingang: freundlich lächelnde Fotografen von Candid Foto, die unsere Gäste mit ihrer Kamera festhalten. Leider geht diese jahrelange Tradition nun ihrem Ende entgegen. 

Lesen Sie mehr
Arnheim heisst Legofans und Tierliebhaber willkommen

Arnheim heisst Legofans und Tierliebhaber willkommen

Freitag, 13 September 2019

40 lebensechte Tierfiguren, mehr als eine Million Legosteine und ein Team von 30 englischen Legofans, die wochenlang beschäftigt gewesen sind: Der Königliche Burgers’ Zoo präsentiert von Samstag, den 5. Oktober bis Sonntag, den 27. Oktober 2019, täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr die Ausstellung „LEGO Bricks im Zoo“.

Lesen Sie mehr
Worauf warten wir eigentlich?

Worauf warten wir eigentlich?

Mittwoch, 28 August 2019

„Der Koordinator des Zuchtprogramms sucht für uns einen neuen Elefanten.“ „Wir warten auf ein neues Zuchtmännchen bei den Giraffen.“ Als treue Besucher des Zoos haben Sie Meldungen dieser Art schon oft gehört. Aber was verbirgt sich hinter all der Warterei, warum geht das nicht schneller?

Lesen Sie mehr