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Schimpansen-Männchen unter sich
Terug

Schimpansen-Männchen unter sich

Mittwoch, 06 März 2019
Schimpansen-Männchen unter sich

Der Burgers’ Zoo unterstützt seit Jahrzehnten die Erforschung von Menschenaffen. Insbesondere dem Sozialverhalten der eigenen Schimpansen-Gruppe gilt das wissenschaftliche Interesse des Zoos. Zuletzt war im Herbst 2018 ein Verhaltensforscher vor Ort: Kevin Ramos, Student der Angewandten Biologie an der Hochschule in Den Bosch. Er hat die hierarchischen Verhältnisse unter den männlichen Schimpansen und ihre sozialen Interaktionen beobachtet. In der Gruppe im Burgers’ Zoo leben vier erwachsene Männchen und wir waren neugierig zu erfahren, welche Positionen sie unter ihren Artgenossen einnehmen.

Coalities

Eine der auffälligsten Beobachtungen war, dass die Männchen viel mehr Zeit miteinander als mit den Weibchen verbringen. Vor allem die beiden älteren Männchen, Fons und Jing, suchten regelmäßig Kontakt zueinander. Bei Schimpansen schließen gerade die Männchen häufig Koalitionen und freundschaftliche Beziehungen, denn sie können durch gegenseitige Hilfe eine höhere Machtposition innerhalb der Gruppe erreichen. Das Alphamännchen ist schon seit Jahren Giambo und er scheint noch fest im Sattel zu sitzen. Giambo zeigt das meiste Imponiergehabe und auch das aggressivste Verhalten gegenüber anderen Männchen. Diese verhalten sich im Gegenzug fast immer unterwürfig. Auch bei Konflikten zwischen anderen spielt Giambo eine wichtige Rolle: Er hält Artgenossen zurück oder unterstützt sie und verteilt sogar Schläge, um einen ernsten Konflikt zu beenden oder anderweitig zu beeinflussen. Das jüngste Männchen, der 13-jährige Ghineau, hat sich zwar in den vergangenen Jahren zu einem echten Kraftpaket entwickelt, legt aber bisher das unterwürfigste Verhalten an den Tag – nicht nur gegenüber Giambo, sondern auch gegenüber Weibchen, die in der Rangordnung eine hohe Position einnehmen.

Richtigstellung: In der vorigen Ausgabe der ZieZoo war unter der Überschrift Forschung ein Artikel von Diede Piepenbrock zu lesen. Sie studiert Biologie an der Radboud-Universität in Nimwegen.

 

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