Exzentrische Paradiesvögel, Schmuckvögel und Laubenvögel
Andere berühmte Beispiele für auffälliges Balzverhalten in der Vogelwelt haben dank der brillanten BBC-Dokumentarfilme von Sir David Attenborough weltweite Bekanntheit erlangt. Zum Beispiel haben die Briten mit Engelsgeduld und teurer Kameraausrüstung festgehalten, wie sich Paradiesvogelmännchen in Neuguinea an einem sorgfältig ausgewählten Ort im Wald, einem sogenannten Lek, versammeln. Hier demonstrieren die Männchen abwechselnd ihre Fähigkeiten mehreren Weibchen, die sich – neugierig geworden – auf den Ehrenplätzen am Rande dieser Stelle niedergelassen haben, um das Spektakel zu beobachten. Paradiesvögel wählen dafür nicht den Waldboden, sondern sie führen eine Art Balztanz auf den Ästen auf, verbeugen sich, bis sie fast unter dem Ast hängen, breiten plötzlich ihre Flügel aus und vollführen andere rituelle Bewegungen. Jene Männchen, die am meisten zu imponieren verstehen, ziehen schließlich mit den Weibchen davon.
Ein ähnliches Phänomen, bei dem sich Männchen an einem solchen Lek versammeln, um die weiblichen Zuschauer zu beeindrucken, ist bei den Schmuckvögeln zu beobachten, die in Süd- und Mittelamerika leben. In unseren Breiten kennen wir dieses „Arena-Balzverhalten“ von den Kampfläufern (Schnepfenvögeln). Auch die Schreipihas in Burgers’ Bush legen dieses Verhalten an den Tag. Hier kämpfen die Männchen also nicht physisch um die Weibchen, sondern überlassen die Wahl voll und ganz der Damenwelt. Die Männchen bringen keinerlei Präferenz zum Ausdruck. Warum nicht? Weil lediglich eine Paarung stattfindet und das Männchen sich darüber hinaus weder um das Weibchen noch um seinen Nachwuchs kümmert.