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Einst ein Lebensretter, heute immer noch heilig
Terug

Einst ein Lebensretter, heute immer noch heilig

Freitag, 10 Januar 2020
Einst ein Lebensretter, heute immer noch heilig

Wir möchten Ihnen spezielle Pflanzen vorstellen. Dieses Mal geht es um eine sehr leicht erkennbare Pflanze: den Kapokbaum, den höchsten Baum in der Mangrove.

Als die Mangrove im Juli 2017 eröffnet wurde, war der Baum mannshoch. Im Frühjahr 2019, also noch nicht einmal zwei Jahre später, musste der Kapokbaum (Ceiba pentandra) bereits an der Spitze beschnitten werden, weil er den Luftkissen im Dachbereich gefährlich nahekam. Mehr als zehn Meter Wachstum in zwei Jahren – und das in den Niederlanden, wo die lichtarmen Winter das Wachstum deutlich verlangsamen! Charakteristisch für den Kapokbaum sind die handförmig gefingerten Blätter und die horizontal wachsenden Äste – ideale Ruheplätze für mittelamerikanische Brüllaffen. Die Äste wachsen außerdem in Etagen: Auf einer bestimmten Höhe befinden sich mehrere Äste, dann wächst ein paar Meter nichts, bis die nächste Etage beginnt. Auf diese Weise kann der Baum das Sonnenlicht optimal nutzen.

Große Variation

Ein Kapokbaum ist nicht immer leicht zu erkennen. So kann beispielsweise der Stamm unter sehr auffälligen Stacheln verborgen sein (wie bei dem Exemplar im Ökodisplay Bush an der Capybara-Brücke) oder auch nicht. Um als Baumriese mehr Stabilität zu gewinnen, kann ein Kapokbaum Brettwurzeln ausbilden, aber das tut er längst nicht immer. Ältere Bäume haben einen grauen Stamm, jüngere einen grünen. In dem grünen Stamm findet Fotosynthese statt, was besonders günstig ist, da der Baum zu den laubabwerfenden Pflanzen gehört. Fledermäuse können die Blüten zwischen den kahlen Ästen leicht bestäuben; währenddessen produziert der Baum mithilfe des grünen Stamms weiterhin Nährstoffe.

Mythologischer Baum

In der Natur werden Kapokbäume fünfzig bis siebzig Meter hoch – eindrucksvolle Baumriesen! Eine besondere Rolle spielen sie in der Mythologie der Maya: Dort tragen sie den Himmel auf ihrem Kronendach. Mit ihren Wurzeln stehen sie in der Unterwelt, ihr Stamm befindet sich in der Menschenwelt. Die Seelen der Verstorbenen ziehen bei den Maya über den Stamm großer Kapokbäume in die Oberwelt, ins Jenseits. Heute verliert sich diese Vorstellung mehr und mehr, aber der Kapokbaum ist immer noch der Nationalbaum von Guatemala. Er wird ausgesprochen geschätzt und nicht leichtfertig gefällt.

Vielseitige Früchte

Am bekanntesten sind jedoch die Früchte des Kapokbaums: Sie haben kein Fruchtfleisch, aber aus ihren Samen wird Öl gewonnen. Vor allem für die elfenbeinfarbenen Samenfasern, die am Samen sitzen, gibt es zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten. Ihre eigentliche Funktion besteht darin, die Samen mithilfe von Wind und Wasser besser zu verbreiten. Aber das leichte, wasserabstoßende und schwimmfähige Material wird auch als Füllung für Kissen und Matratzen sowie als Isoliermaterial verwendet! Früher diente es zudem als Füllmaterial in Rettungswesten. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass dieser Baum schon viele Leben gerettet hat!

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