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Erd(ferkel)verschiebung im Königlichen Burgers’ Zoo!
Terug

Erd(ferkel)verschiebung im Königlichen Burgers’ Zoo!

Freitag, 19 April 2019
Erd(ferkel)verschiebung im Königlichen Burgers’ Zoo!

Über mehrere Jahre war die Situation der Erdferkel im Burgers’ Zoo sehr stabil, aber nun werden in Kürze einige Tiere umziehen. Manche verlassen Arnheim, andere wiederum werden in unserem Tierpark ein neues Zuhause finden. Der Burgers‘ Zoo ist Koordinator des Europäischen Zuchtprogramms für diese außergewöhnliche, anspruchsvolle Tierart – und außerdem Europas erfolgreichster Züchter. Aus aktuellem Anlass möchten wir erläutern, wie ein derartiges Zuchtprogramm in der Praxis funktioniert und warum wir die Entscheidung zur Verlegung der Tiere getroffen haben.

Drei Hauptgründe

Für die bevorstehenden Transporte sind drei Hauptgründe zu nennen: Zum Ersten kommen die im Burgers‘ Bush lebenden Erdferkel allmählich in die Jahre. Zum Zweiten haben einige Weibchen bereits so viele Junge bekommen, dass ihr genetisches Material innerhalb des Europäischen Zuchtprogramms für diese Art ausreichend vertreten ist. Und zum Dritten ist die Zucht mit Erdferkeln in Zoos nicht einfach. Wir haben jedoch jede Menge Erfahrung mit dieser Tierart und sind Europas erfolgreichste Züchter. Aus diesem Grund ist es für die Zukunft des Zuchtprogramms wünschenswert, wenn wir mit neuen Erdferkeln für weiteren Zuwachs sorgen. Vielleicht ist es auch wichtig zu erwähnen, dass unsere Erdferkel nicht ge- oder verkauft werden: Der Zoo, der die Tiere erhält, kommt lediglich für die Transportkosten auf.

Warum möchten wir gerne Erdferkel züchten?

Erdferkel sind ganz besondere Tiere. Sie werden gelegentlich als „lebende Fossilien“ bezeichnet, weil sie bereits seit Millionen von Jahren in mehr oder weniger der gleichen Erscheinungsform vorkommen. Darüber hinaus sind sie Vertreter einer außergewöhnlichen Tiergruppe: der Röhrenzähner (Tubulidentata). Aufgrund ihrer speziellen Ernährungsweise und ihres besonderen Verhaltens sind Erdferkel unserer Meinung nach sehr attraktiv; sie haben eine interessante, lehrreiche Geschichte, die der Burgers’ Zoo gerne erzählen möchte. Wir möchten unseren Besuchern vermitteln, wie sehr uns die Tiere und die Natur in Erstaunen versetzen und faszinieren. Erdferkel sind bemerkenswerte Tiere und wecken bei vielen Menschen die Neugier, mehr über ihr natürliches Verhalten und ihre Lebensweise zu erfahren. In der Philosophie unseres Tierparks spielen Erdferkel darum eine bedeutende Rolle.

Wie sieht die europäische Population aus?

In Europa gibt es 22 Zoos, die insgesamt 51 Erdferkel in ihrem Bestand verzeichnen: 18 Männchen und 33 Weibchen. In ganz Europa leben also nur 51 Erdferkel. Auf dieser Population gründet das Europäische Zuchtprogramm. Zudem wissen wir, dass es in den USA ganze 19 Tierparks mit insgesamt 34 Erdferkeln – 15 Männchen und 19 Weibchen – gibt. Schließlich leben in Asien noch drei Erdferkel in einem Zoo, und zwar in Tokio: ein Männchen und zwei Weibchen.

Im Großen und Ganzen findet man also nur wenige Erdferkel in Tierparks weltweit, unter anderem weil diese außergewöhnlichen Tiere hohe Anforderungen an ihre Unterbringung und ihre Spezialnahrung stellen. Zudem tritt bei Erdferkeln ein Problem relativ häufig auf: Sie können ziemlich grob und ungeschickt mit ihren Jungen umspringen. Nicht selten kommt es vor, dass sich ein Muttertier im Schlaf umdreht und sich dabei nichtsahnend auf ihr Neugeborenes legt. Aus diesem Grund haben sich die Tierpfleger im Burgers’ Zoo – anders als bei anderen Tierarten – dafür entschieden, die jungen Erdferkel eigenhändig aufzuziehen, damit diese eine größere Überlebenschance haben. Diese Methode hat Früchte getragen.

Fünf Erdferkel in Arnheim

Die Ausgangslage war folgendermaßen: Im Burgers‘ Bush lebten fünf Erdferkel, und zwar ein erwachsenes Männchen, drei erwachsene Weibchen und ein etwas älteres Jungtier (ebenfalls ein Weibchen).

Das Männchen war 2002 in Frankfurt geboren worden und lebte – nach einem mehrjährigen Aufenthalt im Zoo Antwerpen – seit 2008 im Burgers’ Zoo, wo es die nötigen Nachkommen gezeugt hat. Dieses bewährte Zuchtmännchen ist Ende März 2019 nach Frankfurt umgezogen – in der Hoffnung, dass es auch in Deutschland für Nachkommen sorgen wird.

Das älteste in Arnheim lebende Weibchen wurde 1992 im Burgers‘ Bush geboren und ist zweimal in seinem Leben in andere Tierparks umgezogen: nach Prag und nach Kessingland (Großbritannien). Seit 2016 ist es wieder zurück im Burgers’ Zoo. Dieses Weibchen hat jedoch niemals Junge zur Welt gebracht. Es darf nun seinen Lebensabend in Arnheim verbringen.

Ein anderes Weibchen wurde 1994 in Prag geboren und kam im Alter von zehn Jahren nach Arnheim. Dieses Weibchen hat verschiedene Jungtiere aufgezogen. Eines seiner Nachkommen ist heute das Zuchtmännchen in Valencia, die anderen Tiere sind beispielsweise in britische und tschechische (Prag) Tierparks verlegt worden. Wir haben beschlossen, diesem Weibchen ein Verhütungsmittel zu geben, weil es bereits viele Junge zur Welt gebracht hat. Zudem ist es fast blind, was die Versorgung von eventuellen Jungtieren noch erschweren würde. Auch dieses Weibchen darf auf seine alten Tage in Arnheim bleiben.

Das dritte erwachsene Weibchen, das jetzt in Arnheim lebt, wurde 1995 geboren und in Arnheim aufgezogen. Seine zahlreichen Jungen sind bemerkenswerterweise ausschließlich Weibchen. Fünf dieser Tiere haben sich ihrerseits erfolgreich fortgepflanzt; sie leben unter anderem in Tierparks in Großbritannien und Tschechien (Prag). Dieses erwachsene Weibchen ist auch die Mutter des Jungtiers, das die Tiergruppe in Arnheim momentan vervollständigt.

Im Jahr 2017 wurde im Burgers’ Zoo ein Jungtier geboren, das nun zwei Jahre alt und damit geschlechtsreif ist.

Welche Transporte werden in Kürze stattfinden?

Wie oben im Text bereits erwähnt, ist unser Zuchtmännchen Ende März 2019 in den Frankfurter Zoo umgezogen. Wir gehen davon aus, dass es sich auch dort erfolgreich fortpflanzen wird.

Aus dem Berliner Zoo kommen ein Männchen und ein Weibchen nach Arnheim. Wir hoffen, dass wir zukünftig mit beiden Tieren züchten können. In Berlin hat es mit diesen Tieren leider noch nicht geklappt: Es wurden zwar Junge geboren, aber sie haben – wegen der oben genannten häufig vorkommenden Probleme bei Erdferkeln – nicht überlebt. Aufgrund der Erfahrung, die wir im Burgers’ Zoo gesammelt haben, besteht die Hoffnung, dass es in Arnheim nun doch gelingt.

Die Mutter und ihr Jungtier (auch ein Weibchen) ziehen gemeinsam in den Tierpark Papiliorama in der Schweiz um. Der Burgers’ Zoo kennt diesen Tiergarten sehr gut, weil wir uns bereits seit dreißig Jahren gemeinsam und sehr erfolgreich um ein Naturschutzgebiet im mittelamerikanischen Belize kümmern, das inzwischen sage und schreibe 400 Quadratkilometer umfasst. Für Papiliorama sind Erdferkel eine neue Art im Bestand. Als Zuchtbuchhalter werden wir beobachten, ob sich zukünftig auch für Papiliorama eine Möglichkeit ergibt, Erdferkel zu züchten.

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