Pfeifende Invasion
Terug

Pfeifende Invasion

Mittwoch, 22 Februar 2017

Das Schöne an Burgers´ Bush ist, dass wir manche Entwicklungen nicht vollständig steuern können. Wir können zwar eine Einschätzung abgeben, wie sich eine Tierart in dieser Umgebung entwickeln wird, sicher wissen wir es jedoch nie. So war es auch bei den Antillen-Pfeiffröschen!

Überleben

Es wurden bereits verschiedene Froscharten in Burgers´ Bush eingeführt, oft jedoch ohne großen Erfolg. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe, wie zu wenig Nahrung oder etwas zu kalte Temperaturen im Winter. Manchmal wissen wir jedoch nicht genau, warum die Einführung einer Art nicht funktioniert. Besonders kleinere Froscharten haben viele „natürliche Feinde“ im Bush, vor allem Vögel und Fische. Die Chance zur Fortpflanzung ist natürlich gleich null, wenn die ganze Familie aufgefressen wird. Insgesamt ist der Dschungel in Arnheim eine harte Welt. 

Invasive Art

Invasive Art

Manchmal pflanzt sich eine Tierart jedoch erfolgreich fort, wie der Antillen-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus johnstonei). Die ersten Tiere (eine Gruppe aus 20 Fröschen) stammen aus dem Botanischen Garten in Utrecht. Dass diese Tiere bei uns erfolgreich sein würden, hätten wir vorab ahnen können. Sie gelten nämlich an vielen Orten als invasive Art. Das bedeutet, dass sich eine Art außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes so gut behaupten kann, dass sie sogar zur Konkurrenz für einheimische Arten wird. Ursprünglich kommt dieser Frosch – nicht größer als vier Zentimeter – auf den Inseln der Antillen vor. Inzwischen findet man ihn jedoch auch an verschiedenen Orten in Süd- und Mittelamerika, wie Suriname, Französisch-Guayana und Panama. 

Kakophonie

Diese Pfeiffrösche stoßen einen pfeifenden Lockruf aus, der kilometerweit zu hören ist. In einer warmen Sommernacht kann man das Geräusch sogar außerhalb von Burgers´ Bush vernehmen. Ganz sicher werden Sie es aber hören, wenn Sie an einer Winterlesung teilnehmen. Wenn alle anderen Tiere still sind, ist das Geräusch der Frösche besonders gut zu hören. Der pfeifende Laut wird mit einer sogenannten Schallblase verstärkt, die wie ein Resonanzkörper funktioniert.

Keine Kaulquappen!

Keine Kaulquappen!

Das Außergewöhnliche an diesen Fröschen ist, dass sie das Stadium der Kaulquappen überspringen und deshalb nicht von einem Gewässer abhängig sind, um ihre Eier abzulegen. Sie legen ihre Eier auf den Boden oder auf ein Stück Moos und bedecken diese mit ein paar Blättern und Erde, damit sie nicht austrocknen. Aus den Eiern werden ganz kleine Frösche „geboren“. An den Fingern und Zehen haben die Pfeiffrösche Haftscheiben, mit denen sie gut klettern können. Es handelt sich um sehr aktive Tierchen, die eine Verbreitungsdichte von 20.000 Exemplaren pro Hektar erreichen können! Dass es in Burgers´ Bush inzwischen zahlreiche Pfeiffrösche gibt, kann man zwar nicht sehen, aber ganz sicher hören.

Kommentare


Mehr News


Weltpremiere in Burgers' Ocean: Erfolgreiche Anwendung von Empfängnisverhütung bei Fischen

Weltpremiere in Burgers' Ocean: Erfolgreiche Anwendung von Empfängnisverhütung bei Fischen

Montag, 17 Dezember 2018

Biologe Max Janse und Veterinärarzt Henk Luten vom Königlichen Burgers’ Zoo in Arnheim konnten zum weltweit ersten Mal erfolgreich Empfängnisverhütung bei einer Fischart anwenden. Die renommierte Fachzeitschrift publiziert am Montag, den 17. Dezember 2018, einen Artikel über diese bemerkenswerte Weltpremiere, die bahnbrechende Folgen für internationale Fischzuchtprogramme haben wird. 

Lesen Sie mehr
Ein Blick hinter den Bauzaun!

Ein Blick hinter den Bauzaun!

Freitag, 14 Dezember 2018

Nach der Eröffnung von Burgers’ Mangrove im Juli 2017 sind in unserem Tierpark seit einigen Woche erneut Bauzäune zu sehen. Diesmal wird die Gegend zwischen dem Café Pinguïn Corner und dem Nasenbärengehege einer gründlichen Sanierung unterzogen.  Die Eröffnung dieses neuen Zoobereichs soll im Frühjahr 2019 stattfinden.

Lesen Sie mehr
Ich sehe was, was Du nicht siehst: Epiphyten

Ich sehe was, was Du nicht siehst: Epiphyten

Mittwoch, 05 Dezember 2018

 Der dreißig Jahre alte Regenwald verbirgt vor dem durchschnittlichen Besucher zahlreiche grüne Geheimnisse. Einer der weniger bekannten grünen Fakten ist beispielsweise, dass die Bepflanzung dieses Regenwaldes in drei Welten aufgeteilt ist: Südamerika, Afrika und Südostasien. Aber diese Tatsache würde man nicht als großes Geheimnis bezeichnen.

Lesen Sie mehr

Wir verwenden Cookies für eine optimale Erfahrung auf dieser Seite.

in Ordnung Privacy statement