Die Geschichte des Burgers’ Zoos
Zurückgehen

Die Geschichte des Burgers’ Zoos

Der Burgers’ Zoo wurde 1913 von Johan Burgers gegründet. In seinem privaten Garten hielt er als Hobby Fasane. Aus diesem Hobby ist ein inzwischen 45 Hektar großer professioneller Tierpark hervorgegangen, der das Prädikat „königlich“ führen darf. Wir möchten Ihnen auf dieser Seite die Entstehungsgeschichte unseres Tierparks vorstellen.

Wie 1913 alles begann

Wie 1913 alles begann

Der Burgers’ Zoo wurde 1913 von Johan Burgers in ’s-Heerenberg, einem Ort in der Nähe der deutschen Grenze, gegründet. In seinem eigenen Garten hatte Burgers als Hobby Fasane gehalten und schon bald waren weitere Tiere dazugekommen. Es dauerte nicht lange, bis der Garten zu klein wurde und so entschied Burgers 1913, ein weiteres Grundstück zu kaufen und seinen privaten Tiergarten – unter dem Namen „Fazanterie Buitenlust“ – der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Umzug nach Arnheim (1923)

Umzug nach Arnheim (1923)

Um seinen Tierpark erneut zu erweitern und zu modernisieren, zog Johan Burgers 1923 nach Arnheim um und eröffnete dort einen Zoo. In Arnheim hatte er mehr Platz für den Ausbau und der Standort war besser erreichbar. Er brach seine Zelte in ‘s-Heerenberg vollständig ab. Was noch zu gebrauchen war, wurde mit Pferd und Wagen in fünf- bis sechsstündigen Fahrten durch Regen und Schnee nach Arnheim transportiert: Die Gitter der Volieren und Tiergehege, große Steine, tausend Koniferen und sogar der Mist wurden umgesiedelt! Die Anlage des Tierparks war ein hartes Stück Arbeit. Am 23. Juli 1924 wurde der Zoo unter dem neuen Namen „Burgers’ Dierenpark“ wiedereröffnet. Auch nach der Eröffnung wurde weitergebaut, unter anderem entstanden nun Gehege für Kamele und Bären.

Eine Zweitniederlassung (1932)

Eine Zweitniederlassung (1932)

Neun Jahre später (1932) gründete Johan Burgers in Tilburg einen zweiten Tierpark, eine nahezu exakte Kopie des Arnheimer Zoos, den er seiner ältesten Tochter Johanna zur Hochzeit schenkte. Nach dem Krieg mussten große Teile des Zoos wiederaufgebaut werden: ein kostspieliges Unterfangen. Deshalb wurde der Zoo nach dem Krieg an die Firma van Dijk verkauft und unter dem Namen „Tilburgs Dierenpark“ weitergeführt, bis er 1973 aufgelöst wurde.

Natürliche Lebensräume (1934)

Natürliche Lebensräume (1934)

Durch seine guten Beziehungen zu Carl Hagenbeck, dem Direktor des Hamburger Zoos, ließ sich Johan Burgers für eine revolutionäre Art der Unterbringung wilder Tiere inspirieren. Die Idee war, den Tieren ein möglichst natürliches Leben zu ermöglichen. Die Gehege ähnelten soweit wie möglich dem natürlichen Habitat. Nicht Gitter oder Käfige hielten die Tiere in ihren Gehegen, sondern Gräben, offene Terrassen, Täler und die charakteristischen künstlichen Felsformationen. Diese Gehege waren jahrelang charakteristisch für den Burgers’ Zoo und bildeten die Grundlage der heutigen Ökodisplays.

Ein Tierpark im Krieg (1943-1945)

Schlacht um Arnheim

Schlacht um Arnheim

Im Jahr 1943 starb Johan Burgers und gab die Leitung des Zoos an seine Tochter und seinen Schwiegersohn, Lucie und Reinier van Hooff, weiter. Ab Mitte September 1944 war der Tierpark acht Monate lang der Kriegsgewalt ausgesetzt. In der Schlacht um Arnheim, der letzten Phase der Operation Market Garden, versuchten die Alliierten, die Brücken bei Arnheim zu erobern, um ins Ruhrgebiet und damit ins Zentrum des Dritten Reichs vorzustoßen. Es sollte jedoch anders kommen: Engländer und Polen wurden durch den heftigen deutschen Widerstand zurückgedrängt. „A Bridge Too Far“ (Die Brücke von Arnheim) sollte nicht nur ein bekanntes – und später erfolgreich verfilmtes – Buch werden, es beschreibt auch ein Ereignis von historischer Tragweite. 

Alle packen mit an

Alle packen mit an

Vom 17. bis 25. September 1944 lag der Burgers’ Zoo während der Schlacht um Arnheim in der Schusslinie. Dutzende Granaten schlugen auf dem Gelände des Zoos ein, Tiergehege wurden zerstört, Tiere gestohlen oder getötet. Die Fütterung der verbleibenden Tiere wurde lebensgefährlich, und so blieben nur einige wenige Mitarbeiter auf ihrem Posten. Am Rheinufer lagen in dieser Zeit die Kadaver von Kühen und Pferden, die bei Granaten- und Bombeneinschlägen getötet worden waren. Die Tierpfleger bahnten sich mit Pferd und Wagen einen Weg durch das Kampfgeschehen, um die Kadaver zu zerteilen und auf den Wagen zu laden, damit sie die Raubtiere mit Futter versorgen konnten.

Schwere Schäden

Schwere Schäden

Reinier van Hooff musste große Redekunst aufbringen, um die Deutschen davon abzuhalten, die Zootiere als Kriegsbeute in den Hamburger Tierpark Hagenbeck zu verschiffen. Außerdem erhielt seine Familie die Zustimmung, im Zoo zu bleiben, um die Tiere zu versorgen, als der Rest der Stadt von den Deutschen evakuiert wurde. Erst 1945 wurde Arnheim endgültig befreit. Viele Tiere und sogar zwei Mitarbeiter kamen im Krieg zu Tode. Diese Zeit war die schwärzeste in der Geschichte des Königlichen Burgers’ Zoos. Der Tierpark wurde im Krieg stark beschädigt und musste größtenteils wiederaufgebaut werden.

Ein neuer Burgers’ Zoo entsteht (1946-1968)

Wiederaufbau

Wiederaufbau

Nach der Verwüstung durch den Krieg mussten die Trümmer beseitigt werden. Der Zoo war fast völlig zerstört worden und in der anfänglichen Nachkriegszeit mangelte es an fast allem. Um den Tierpark (und die Niederlande insgesamt) wiederaufzubauen, hat die damalige Generation harte Arbeit geleistet. Das galt uneingeschränkt auch für den „Burgers’ Dierenpark“ sowie für Reinier und Lucie van Hooff. Erst als Antoon van Hooff Anfang der 60er Jahre die Leitung übernahm, zog die Wirtschaft allmählich wieder an, und es entstand neuer Spielraum für künftige Entwicklungen.

Nationale und internationale Zusammenarbeit

Nationale und internationale Zusammenarbeit

Die Gründung eines Verbands der niederländischen Tierparks („Nederlandse Vereniging van Dierentuinen“) im Jahr 1966 war der Startschuss für eine intensivierte, systematische Zusammenarbeit. Durch gezielten Wissensaustausch lernten und lernen Tierparks sehr viel über ihre Schützlinge. Die erfolgreiche Zusammenarbeit wurde 1992 durch die Gründung der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) auf europäische Ebene gebracht. In internationalen Kooperationen arbeiten Tierparks eng zusammen, um die Arterhaltung zu fördern. Es gibt sogar Tierarten, die es ohne Tierparks überhaupt nicht mehr gäbe. Spezielle Zuchtprogramme erfassen alle Tiere einer Art, die in Tierparks noch vorhanden sind, und gewährleisten so gesunde Tierpopulationen. 

Internationaler Trendsetter (>1969)

Erster Safaripark in Europa

Erster Safaripark in Europa

Anfang der 60er Jahre übernahm mit Antoon van Hooff die dritte Generation des Familienunternehmens den Stab. Unter seiner Leitung wurde der Burgers’ Zoo zu einem Trendsetter, der international Beachtung fand. Eine besondere Rolle spielte die Schaffung naturgetreuer Nachbildungen der natürlichen Lebensräume. So eröffnete der Zoo 1968 den ersten europäischen Safaripark. Der Name des Zoos wurde in „Burgers’ Zoo en Safaripark“ geändert. Besucher konnten nun mit dem eigenen Auto durch die Lebensräume afrikanischer Tiere fahren. Als 1987 der separate Eingang des Safariparks aufgegeben wurde, erhielt der Tierpark seinen heutigen Namen: Burgers’ Zoo. 

Berühmte Schimpansenkolonie

Berühmte Schimpansenkolonie

In den 70er Jahren entwickelte sich der Zoo entscheidend weiter. Besonders aufsehenerregend war die Eröffnung der ersten Schimpansenkolonie in einem Tierpark, die später durch Antoon van Hooff und seinen Bruder Jan van Hooff weltberühmt werden sollte. Erstmals hielt man mehrere erwachsene Schimpansen zusammen in einem Gehege. Nicht in einem gefliesten, vergitterten Raum, wie es üblich war, sondern in einem großen Außengehege mit zahlreichen Bäumen, das von den Besuchern nur durch einen breiten Graben getrennt war. Fachleute sagten eine Katastrophe voraus, aber bald schlug die Skepsis in Bewunderung um. Schließlich kamen zahlreiche Forscher aus dem In- und Ausland in den Burgers’ Zoo, um das Sozialverhalten dieser Tiere zu studieren. Der bekannteste von ihnen wurde zu einem international anerkannten Experten für das Verhalten von Affen und Menschen: Frans de Waal. Er entdeckte hier im Zoo unter anderem das Phänomen der Koalitionsbildung bei Schimpansen.

Die Erfindung des Ökodisplays

Die Erfindung des Ökodisplays

Die Eröffnung von Burgers’ Bush, einem anderthalb Hektar großen tropischen Regenwald in einer Halle, läutete am 1. Juni 1988 eine Revolution in der Welt der Tierparks ein. Noch nie zuvor war irgendwo auf der Welt ein tropischer Regenwald in einer solchen Dimension naturgetreu gestaltet worden – ein „Gehege“, in dem Dutzende Tierarten, umgeben von Hunderten tropischer Pflanzen in großer Freiheit leben. In diesen „Ökodisplay“, einem landschaftlich gestalteten Ökosystem, erleben Besucher nicht nur die Tiere, sondern auch das Klima und die Umwelt ihres Lebensraums in der Wildnis. Das Konzept war so innovativ, dass sowohl Tierparkkollegen und andere Fachleute als auch Besucher sich erst daran gewöhnen mussten. Es dauerte jedoch nicht lange, bis Burgers’ Bush ein großer Erfolg wurde. Schließlich diente das Konzept des Ökodisplays Zoos in der ganzen Welt als Inspirationsquelle.

Der moderne Burgers’ Zoo (>1990)

Weitere Ökodisplays

Weitere Ökodisplays

Ökodisplays sind heute ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Arnheimer Tierparks. Nach Burgers’ Bush (tropischer Regenwald) und Burgers’ Safari (ostafrikanische Savanne) wurde 1994 Burgers’ Desert eröffnet, wo eine Felsenwüste mit den Merkmalen der Mojave- und der Sonora-Wüste nachgebildet wurde. Im Jahr 2000 folgte Burgers’ Ocean, ein Zoobereich, in dem die Besucher buchstäblich in den indopazifischen Ozean hinabsteigen. In dem 2008 erbauten Ökodisplay Burgers’ Rimba ist der artenreiche Tropenwald Malaysias zu entdecken, und in der Mangrove (2017) erfahren Besucher, warum der bedrohte Mangrovenwald so schützenswert ist.

Naturschutz in Belize (1989)

Naturschutz in Belize (1989)

Seit 1989 betreut der Burgers’ Zoo zusammen mit dem Schweizer Schmetterlingspark Papiliorama ein Naturschutzgebiet in Belize (Zentralamerika). Das Gebiet war anfangs 88 Quadratkilometer groß, konnte jedoch inzwischen durch eine erfolgreiche Verwaltung und die Kooperation mit der belizischen Regierung auf fast 400 Quadratkilometer erweitert werden! Mit dem Schutzgebiet sind auch die jährlichen Ausgaben gewachsen. Ranger überwachen das Gelände rund um die Uhr, besonders gefährdete Tierarten werden in der Natur wieder ausgesetzt und einheimische Kinder werden mit speziell dafür entwickelten Unterrichtsprogrammen über das Projekt aufgeklärt. Darüber hinaus engagiert sich der Burgers’ Zoo auch in anderer Form für den Naturschutz. Der Zoo ist Mitbegründer der Stiftung Future For Nature, die jedes Jahr drei junge, erfolgreiche Naturschützer mit einem gut dotierten Preis auszeichnet. Und die zooeigene Lucie-Burgers-Stiftung fördert die vergleichende Verhaltensforschung bei Tieren.

Europas größtes natürliches Korallenriff (2000)

Europas größtes natürliches Korallenriff (2000)

Im Jahr 2000 wurde mit Burgers’ Ocean ein Ökodisplay eröffnet, das Besuchern das Leben im Indopazifik näherbringt. Das tropische Korallenriff-Aquarium fasst mehr als acht Millionen Liter Wasser und ist, was die Tiere betrifft, das artenreichste Ökodisplay in Arnheim. Burgers’ Ocean wurde so gebaut, dass die Besucher quasi einen Tauchgang erleben. Ihre Entdeckungsreise beginnt an einem kleinen Strand, von dem sie durch eine Felsspalte zu den Korallen hinabsteigen. Schließlich finden sie sich vor einer riesigen Panoramascheibe wieder, hinter der verschiedene Haie aus der Tiefe des Ozeans auf sie zuschwimmen. Dieses Ökodisplay ist auch aus anderen Gründen außergewöhnlich. Da Korallen hohe Anforderungen an den Lichteinfall und die Wasserqualität stellen, ist es sehr schwierig, sie zu züchten. In Burgers’ Ocean gelingt jedoch die Zucht von Korallen, aber auch von Haien, Rochen und anderen tropischen Knorpelfischen, so gut, dass der Arnheimer Zoo sich inzwischen als Hoflieferant der europäischen Publikumsaquarien bezeichnen darf. 

Ein eigenes Kongresszentrum (2007)

Ein eigenes Kongresszentrum (2007)

In Oktober 2007 präsentierte der Zoo dem Publikum eine modernisierte Savannenlandschaft, neue Giraffenställe und das Safari Meeting Centre. Mit diesem Kongresszentrum konnte nun auch für geschäftliche Anlässe ein professioneller Rahmen angeboten werden. Das Safari Meeting Centre umfasst ein Foyer, ein Auditorium, das Safari Restaurant und fünf angrenzende Tagungsräume. Alle Räumlichkeiten wurden im afrikanischen Stil gestaltet. Im Foyer befindet sich die Longneckbar im Giraffenprint, die gleichzeitig als Lichtschacht für die Giraffenställe fungiert. Von hier aus blicken die Gäste auf der einen Seite über die Savannenfläche und können Nashörner, Zebras und Giraffen beobachten, auf der anderen Seite liegt der tropische Regenwald von Burgers’ Bush.

Ein Stück Belize in den Niederlanden (2017)

Ein Stück Belize in den Niederlanden (2017)

Das neuste Ökosystem im Burgers’ Zoo wurde 2017 eröffnet. Burgers’ Mangrove ist einem Naturschutzgebiet in Belize nachempfunden, das der Arnheimer Tierpark schon seit über 30 Jahren betreut. Weltweit verschwinden immer mehr Mangrovenflächen, ein Anlass zu großer Besorgnis, denn Mangroven sind für die Natur von essenzieller Bedeutung. Dafür möchte der Burgers’ Zoo mit dem neuen Ökodisplay ein Bewusstsein schaffen.

Nur wenige Pflanzenarten überleben in dem extrem salzigen Klima eines Mangrovenwalds, in dem bei Ebbe und Flut unterschiedliche Lebensbedingungen herrschen. Wenn das Wasser sich zurückzieht, erwacht die Schlammfläche zum Leben! Überall schießen Winkerkrabben hervor, um auf Nahrungssuche zu gehen oder um Weibchen und Rivalen mit ihren Scheren zu imponieren. Besonders beeindruckend ist für die Besucher die Begegnung mit den karibischen Seekühen, den Karibik-Manatis. Die imposanten Tiere trifft man buchstäblich auf Augenhöhe: möglich gemacht durch eine zwölf Meter lange, 1,80 Meter hohe Panoramascheibe.