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Valentinstag: Wie Tiere einander den Hof machen
Terug

Valentinstag: Wie Tiere einander den Hof machen

Donnerstag, 14 Februar 2019
Valentinstag: Wie Tiere einander den Hof machen

Der Valentinstag steht ganz im Zeichen der Liebe. Nun ist Liebe ein ziemlich menschliches Konzept, aber auch viele Tierarten wissen, wie man einander den Hof macht. Bei einigen Tieren kämpfen mehrere Männchen in einer bestimmten Phase des Jahres im wahrsten Sinne des Wortes um die Weibchen. Bei Vögeln spricht man von der Balzzeit, bei Säugetieren unter anderem von der Brunftzeit. 


In der Tierwelt legen sich die Männchen dann richtig ins Zeug, um die Weibchen zu beeindrucken. Die Weibchen müssen schließlich schon die Eier legen bzw. das Austragen der Jungen übernehmen, daher möchten sie das Männchen finden, das sich ihrer Meinung nach am besten dazu eignet, gemeinsam für Nachwuchs zu sorgen. Der Valentinstag bietet einen schönen Anlass, besondere Verhaltensweisen und feste Rituale aus dem Tierreich zu beleuchten, die für die Balz, Brunft oder allgemein für die Paarungszeit typisch sind.

Die Balz bei den Vögeln


Viele Vogelarten vollführen in der Balzzeit aufwendige Rituale, mit denen die Männchen versuchen, den Weibchen zu imponieren, Rivalen auszubooten und hoffen, die Weibchen schließlich zu überzeugen, damit die ganze Mühe sich auszahlt. Die Europäischen Flamingos im Burgers’ Zoo vollführen einen langen Paarungstanz, bei dem Männchen und Weibchen bestimmten festen Ritualen folgen. Prinzipiell bilden Flamingos für mehrere Jahre feste Brutpaare, ebenso wie Pinguine, aber das bedeutet nicht, dass sich an den Konstellationen nichts ändern kann! Jedes Jahr muss das Männchen aufs Neue sein Bestes geben, um das Weibchen für sich zu gewinnen. Und sollte das Brüten aus irgendeinem Grund einmal weniger erfolgreich verlaufen, wird die gemeinsame Beziehung auf ihre Praxistauglichkeit überprüft. Diesbezüglich läuft die Paarbildung sehr pragmatisch: Wenn etwas nicht (mehr) so funktioniert wie gewünscht, kann das sogar dazu führen, dass ein anderer Partner gesucht wird. Grundsätzlich leben diese Vogelarten also in lebenslangen Partnerschaften, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Verbindung von Erfolg gekrönt ist.

Besonders effizient: Monogamie bei den Rotkardinälen

Rotkardinäle leben in weiten Teilen der USA und Mexikos in sehr unterschiedlichen Lebensräumen: in Wüsten, Savannen und in Florida sogar in tropisch-feuchten offenen Wäldern. In diesen Lebensräumen, in denen die Temperaturen und das Nahrungsangebot im Laufe des Jahres stark variieren, braucht der Kardinal für die Balz- und Brutzeit ein perfektes Timing. Denn nur in einer kurzen Phase des Jahres herrschen optimale Bedingungen für das Aufziehen der Jungen. Und bei einem derart kurzen Zeitfenster darf man keine Minute vergeuden! Der Rotkardinal setzt daher auf jahrelange Treue. Haben zwei Vögel einander gefunden, bleiben sie mehrere Jahre zusammen. Sie verbringen das gesamte Jahr miteinander, anders als zum Beispiel Sonnenrallen oder Pinguine.

Sobald das Wetter die Brutzeit einläutet, müssen die Vögel daher nicht erst auf Partnersuche gehen. Auch tage- oder wochenlanges Balzen kann man sich größtenteils sparen. Herr und Frau Rotkardinal machen sich sofort an die Arbeit: das Territorium durch Singen verteidigen – bei dieser Vogelart die Aufgabe des Weibchens –, das Nest bauen, paaren und Eier legen. Auch beim Nestbau arbeiten beide gut zusammen: Das Männchen sucht das Material zusammen, das Weibchen baut das Nest. Das Brüten übernimmt in erster Linie das Weibchen, das dafür mit seinem unauffälligeren Federkleid auch viel besser geeignet ist. Das Männchen bleibt in diesen zwei Wochen in der Nähe und widmet sich der Verteidigung des Territoriums gegen Artgenossen. Sobald die nackten, blinden, kleinen Vögel schlüpfen, kümmern die Eltern sich gemeinsam darum, den Nachwuchs zu satt zu bekommen.

Extremes Imponiergehabe

Über die Laubenvögel ist bekannt, dass die Männchen eine Art Laube bauen, die von den Weibchen als geeigneter Nistplatz abgesegnet werden muss. Ist das Weibchen nicht zufrieden, lehnt es das Nest ab, und das Männchen kann von Neuem beginnen. Man weiß, dass einige Laubenvögel bevorzugt glänzende und/oder bunte Gegenstände sammeln, um ihre kleine Laube noch eindrucksvoller zu gestalten; oft haben diese Gegenstände alle eine bestimmte Farbe, die den Vögeln anscheinend besonders gut gefällt. Im Burgers’ Zoo lebt ebenfalls ein Laubenvogel: der Weißohr-Laubenvogel. Allerdings bildet diese Art eine Ausnahme unter den Laubenvögeln, weil sie gar keine Laube baut.

Auch von Paradiesvögeln – die übrigens nicht im Burgers’ Zoo leben – ist bekannt, dass die Männchen, die oft ein viel beeindruckenderes Federkleid haben als die Weibchen, ein sehr vielseitiges Balzverhalten zeigen. Mehrere Männchen versammeln sich und stellen ihre Qualitäten zur Schau, ein Phänomen, das als Gruppentanz bezeichnet wird. Die männlichen Paradiesvögel präsentieren ihre Tänze und Kunststücke mehr oder weniger gleichzeitig. So werden die Weibchen angelockt, die gerne mehrere Männchen miteinander vergleichen. Schließlich entscheidet jedes Weibchen sich für das Männchen, das bei ihm am meisten Eindruck hinterlassen hat. Bei einigen Vogelarten, wie zum Beispiel den Rennkuckucken, finden nicht nur Balzrituale statt, die Männchen bieten den Weibchen auch besondere Leckerbissen an, um ihre Gunst zu gewinnen. Gleichzeitig zeigen sie damit, dass sie gut für ein Weibchen sorgen können und daher ein interessanter Kandidat sind.

Mit Rangeleien Eindruck schinden

Insbesondere bei den Huftieren kommt es in der Brunftzeit bei mehreren Arten zwischen den ausgewachsenen Männchen zu eindrucksvollen Kämpfen. Das Röhren der Rothirsche lockt jedes Jahr Dutzende von Naturfotografen in die Veluwe, das größte Waldgebiet der Niederlande. Aber auch die Waldrentiere im Burgers’ Zoo stehen in der Brunftzeit ihren Mann. Das Leittier hat ein imposantes Geweih und duldet während der Brunftzeit keinen einzigen potenziellen Rivalen in seinem Territorium. Sogar die Tierpfleger müssen in dieser Zeit vorsichtig sein, wenn sie das Gehege betreten! Im Burgers’ Desert leben die Dickhornschafe, bei denen die ausgewachsenen Widder kämpfend um die Weibchen buhlen. Dabei schlagen sie mit einem kurzen Anlauf und einem lauten Knall ihre Hörner und Köpfe gegeneinander. Dank ihres besonderen Schädelbaus verursachen diese harten Stöße keine langfristigen Schäden. Das bei den Kämpfen entstehende Geräusch hallt meistens durch das gesamte Ökodisplay Desert und bereitet vielen zufällig vorbeilaufenden Besuchern schon vom bloßen Zuhören Kopfschmerzen! Den Tieren machen die Kämpfe jedoch kaum etwas aus. Direkt nach einem härteren Zusammenstoß müssen die Widder meist für einige Sekunden verschnaufen. Aber anschließend geht es genauso rigoros weiter wie vorher, bis eines der Tiere sich geschlagen gibt und der Gewinner sich mit den Weibchen paaren darf.

Kommunikation über den Geruch

Bei zahlreichen Tieren spielt der Geruchssinn bei der Kommunikation eine viel größere Rolle als bei uns Menschen. Das liegt daran, dass Menschen im Vergleich zu vielen Tieren in dieser Kategorie unterlegen sind: Wir zählen zu den Mikrosmaten, d.h. zu den Lebewesen mit einer nur schwach ausgeprägten Geruchswahrnehmung. Viele Tiere haben einen viel stärker ausgeprägten Geruchssinn. Für die meisten Raubtiere ist dieser vor allem relevant, wenn sie Beute aufspüren. Aber auch beim Markieren des eigenen Territoriums für potenzielle Rivalen spielen Duftmarken eine bedeutsame Rolle. Weibchen stoßen ein besonderes Pheromon aus, wenn sie paarungsbereit sind: Für die Männchen ist dies ein wichtiges Signal, um den Paarungszeitpunkt nicht zu verpassen. Die meisten Großkatzen (wie Tiger, Leoparden und Jaguare) leben im Prinzip als Einzelgänger. Löwen bilden eine Ausnahme, sie leben in Familienverbänden. In den meisten Monaten des Jahres tolerieren Großkatzen in ihrem Territorium keinerlei Artgenossen: Männchen können sogar eine lebensbedrohliche Gefahr für die Weibchen darstellen. In der Paarungszeit ist dies jedoch nicht der Fall. Wenn Männchen und Weibchen einander gefunden haben, kommt es innerhalb kurzer Zeit mehrmals zur Paarung. Danach trennen sich ihre Wege wieder. Bei den meisten Großkatzen spielt das Männchen beim Großziehen des Nachwuchses wenn überhaupt nur eine untergeordnete Rolle. Meistens bewältigen die Weibchen diese Aufgabe allein.

Das Tier in uns

Allerdings können wir in puncto Geruch doch noch eine Gemeinsamkeit zwischen Tieren und Menschen verzeichnen. Obwohl unser Sehvermögen mit Abstand der wichtigste Sinn ist und unser Geruchssinn nicht besonders ausgeprägt ist, benutzen wir eben doch ein wohlriechendes Aftershave oder Parfüm, wenn wir ein erstes Date oder einen besonders wichtigen Termin haben. Anscheinend geben wir als Menschen eben auch unser Bestes, um bei wichtigen Ereignissen beim anderen (oder demselben) Geschlecht mit unserem Geruch einen noch besseren Eindruck zu hinterlassen.

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