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Die Stiftung Future For Nature
Terug

Die Stiftung Future For Nature

Donnerstag, 01 Oktober 2020
Die Stiftung Future For Nature

Die Stiftung Future For Nature (FFN) ist seit ihrer Gründung eng mit dem Burgers’ Zoo verbunden: Zoodirektor Alex van Hooff war von 2011 bis 2019 ihr Vorsitzender, das jährlich stattfindende Event anlässlich der Verleihung des Future For Nature Awards wird im Safari Meeting Centre veranstaltet. Überdies ist der Burgers’ Zoo auch einer der Hauptsponsoren dieser bemerkenswerten Stiftung.

Der jährliche Award

FFN wurde 2008 mit dem Ziel gegründet, begabte und ehrgeizige junge Naturschützer (zwischen 18 und 35 Jahren) bei ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen. Jedes Jahr wählt ein Gremium aus international anerkannten Naturschützern aus mehr als hundert Einsendungen drei Gewinner aus. Diese erhalten bei der Preisverleihung im Burgers‘ Zoo nicht nur den Future For Nature Award, sondern zusätzlich jeder einen Scheck über 50.000 Euro. Darüber hinaus bietet ihnen das Event ein Forum, um Naturschützer-Kollegen, Sponsoren und anderen Interessenten ihre Arbeit zu präsentieren. Den Geldpreis dürfen sie nach eigenem Ermessen einsetzen, denn schließlich wissen die Preisträger selbst am besten, wo finanzielle Unterstützung am dringendsten benötigt wird. Die Verleihungsfeier wird jedes Jahr von Saba Douglas-Hamilton, einer bekannten Umweltschützerin und Dokumentarfilmerin, moderiert. Daneben ist jeweils ein Ehrengast geladen, der den Preis überreicht. In den vergangenen Jahren haben Naturschutz-Ikonen wie Sir David Attenborough, Dr. Jane Goodall, Dr. Frans de Waal oder Doutzen Kroes diese Aufgabe übernommen. Bei der zehnten Ausgabe der Veranstaltung war Seine Majestät König Willem-Alexander Ehrengast.

Teil der FFN Family

Es bleibt jedoch nicht bei einer Begegnung für einen Tag: Nach der Verleihungsfeier werden die Preisträger in die „FFN Family“ aufgenommen, ein Netzwerk, in dem alle ehemaligen Gewinner des Awards zusammenarbeiten. Inzwischen umfasst die FFN Family 39 Preisträger aus der ganzen Welt. Das Netzwerk öffnet Türen zu Kooperationen und Wissensaustausch. Alle zweieinhalb Jahre organisiert FFN ein „Familientreffen“, um die Zusammenarbeit in diesem Netzwerk zu stärken. So fördert FFN auf wirkungsvolle Weise den Naturschutz vor Ort – weltweit und mit konkreten Ergebnissen.

Digitale Feier am 30. Oktober

Leider konnte die Future For Nature Award-Zeremonie im Mai dieses Jahres wegen der Coronakrise nicht stattfinden. Um die drei Preisträger dennoch zu würdigen und ihnen Gelegenheit zu bieten, ihre Arbeit einem größeren Publikum vorzustellen, wird FFN die diesjährige Feier in digitaler Form nachholen. Gewürdigt werden María Fernanda Puerto-Carrillo aus Venezuela, Iroro Tanshi aus Nigeria und der in Bolivien tätige Niederländer Tjalle Boorsma. Das Virtual FFN Award Event findet am Freitag, den 30. Oktober 2020, um 16.00 Uhr statt. Weitere Informationen finden sich auf der Website futurefornature.org. Hier möchten wir die Arbeit, die die drei diesjährigen Preisträger leisten, schon einmal kurz vorstellen.

Die „Fledermausflüsterin“

Die Nigerianerin Iroro Tanshi ist eine engagierte Fledermausspezialistin, die mit ihrer Arbeit und Forschung schon viel erreicht hat. Tanshi entdeckte in Nigeria eine Population der Kurzschwanz-Rundblattnase (Hipposideros curtus)45 Jahre, nachdem diese Fledermaus-Art zum letzten Mal gesehen worden war!

Engagement gegen Waldbrände

Nun setzt sich Tanshi dafür ein, die letzte bekannte Schlafhöhle dieser Fledermäuse zu schützen. Ihr Schlafplatz ist durch die Fledermaus-Jagd und durch Waldbrände bedroht. Tanshis „Zero Wildfire“-Kampagne, die Einheimische in den Schutz der bedrohten Lebensräume dieser Fledermausart mit einbezieht, hat zu beeindruckenden Ergebnissen geführt. So wurde 2019 in der Trockenzeit kein einziger Waldbrand gemeldet. Tanshis Leidenschaft und Hartnäckigkeit findet nun durch die Verleihung des Future For Nature Awards die verdiente Anerkennung.

Eine echte Anführerin

Iroro Tanshi ist die wichtigste Fledermausspezialistin ihres Heimatlands. Sie schuf unter anderem eine nationale Fledermausdatenbank und gründete ihre eigene Non-Profit Organisation namens Small Mammal Conservation Organisation. Darüber hinaus bildet sie Jugendliche zu den Naturschützern der Zukunft aus.

Kooperation mit der lokalen Bevölkerung

Tanshi setzt sich stark für evidenzbasierten Naturschutz mithilfe sozial-ökologischer Methoden ein. Sie mobilisiert und inspiriert andere, den Umweltschutz zu unterstützen, indem sie sich für die Biodiversitätspolitik, die Beteiligung lokaler Gemeinschaften und Kapazitätsaufbau einsetzt. Häufig nimmt sie Laien bei ihrer Arbeit mit, vermittelt wichtiges Wissen und sorgt auf diese Weise dafür, dass die Bevölkerung selbst sich für den Lebensraum der Kurzschwanz-Rundblattnase und für den Schutz anderer bedrohter Arten stark macht.

Ihr Ziel ist die Rettung der bedrohten Fledermaus-Art

Die größten Bedrohungen für die Fledermaus sind die Jagd in ihrer Höhle und die Vernichtung von Lebensraum durch Waldbrände. Tanshi befasst sich bei der Bekämpfung dieser Gefahren mit den Motiven menschlichen Verhaltens: Warum jagen Menschen? Und warum brennen sie den Wald nieder? Die Nigerianerin will die Faktoren, die die Fledermäuse bedrohen, minimieren, indem sie Bewusstsein schafft, entscheidende Bereiche des Lebensraums (die Schlafhöhle) schützt und Alternativen für die Landwirtschaft erarbeitet.

Für die Vögel ausgewandert

Der 35-jährige Niederländer Tjalle Boorsma ist ein weiterer Preisträger des Future For Nature Awards 2020. Während seines Studiums der Wald- und Naturwirtschaft in Wageningen lernte er bei einem Aufenthalt in Bolivien die unglaubliche Artenvielfalt dieses Landes kennen – und erfuhr, dass diese in einem alarmierenden Tempo zerstört wird. Er entschied sich, Heim und Herd zu verlassen und sich dem wunderschönen Blaulatzara im Barba Azul Nature Reserve zu widmen. Nur 400 bis 450 dieser Vögel leben noch in freier Wildbahn. Durch die Organisation von Expeditionen entdeckte Boorsma, wo die Blaulatzaras brüten, und sammelte dringend erforderliche Informationen, um effektive Maßnahmen zum Schutz dieser Vögel und ihres Lebensraums ergreifen zu können.

Ara als Aushängeschild

Boorsma ist davon überzeugt, dass eine so schöne Tierart wie der Blaulatzara die Menschen zu einer Änderung ihres Verhaltens bewegen kann und ihre Bereitschaft erhöht, Landschaften und ganze Ökosysteme systematischer zu schützen.

Wie schützt man einen fast ausgestorbenen Vogel?

Der Schlüssel dafür ist nach Boorsmas Überzeugung die Entwicklung von Kooperationen mit privaten Viehzüchtern, um den Erhalt der Landschaft zu sichern. Auf einem ökologischen Musterbauernhof in Bolivien gibt er Workshops für Landwirte und zeigt ihnen alternative Methoden der Tierhaltung. Häufig sorgt diese nachhaltige Arbeitsweise sogar für eine bessere Produktivität und höhere Erträge. Eine zweite Initiative Boorsmas ist die Platzierung von Nistkästen. Anhand der Kenntnisse, die er bei seinen Feldexpeditionen erwarb, hat Boorsma ein bahnbrechendes Design für einen echten Penthouse-Nistkasten entwickelt.

Win-Win-Situation

Der Ara teilt seinen Lebensraum mit Landwirten, deren Arbeit die wichtigste Einnahmequelle in der betreffenden Region darstellt. Die Schaffung von geschützten Reservaten rund um die Brutplätze der Aras ist deshalb eine wichtige Strategie. Boorsma koordinierte den Kauf eines 680 Hektar großen Reservats, das unverzichtbare Brutgebiete schützt. Die Einrichtung eines solchen Schutzgebiets muss jedoch Hand in Hand gehen mit der Entwicklung von neuen, umweltfreundlichen Tierhaltungsmethoden, um einen nachhaltigen Schutz der Natur zu gewährleisten. Boorsma verfolgt das Ziel, gemeinsam mit den Viehzüchtern die notwendigen Veränderungen durchzuführen.

Hilfe für die größte Katze Südamerikas

Die 34-jährige María Fernanda Puerto-Carrillo aus Venezuela engagiert sich schon seit zwölf Jahren aktiv für den Schutz des Jaguars in ihrem Heimatland. Sie ist die Gründerin der Non-Profit-Organisation Proyecto Sebraba und fest entschlossen, den Jaguar und seinen Lebensraum zu schützen. Ihr wichtigstes Ziel ist die Reduzierung von Konflikten und Gefährdungen, mit denen der Jaguar im Süden des Bundesstaats Zulia konfrontiert ist. Dank ihrer Entschlossenheit hat die Tierschützerin sogar eine Kooperation mit Großgrundbesitzern auf die Beine stellen können.

Konflikten vorbeugen

Ihr gemeinsames Ziel ist die Verbesserung der Sicherheit. Indem die Jagd der Jaguare auf Nutztiere verhindert wird, reduziert sich die Wahrscheinlichkeit tödlicher Vergeltungsakte gegen die Raubkatze. Ein zweites Ziel der Preisträgerin ist die Schaffung eines Korridors, der zwei Nationalparks in der Region miteinander verbindet.

Unter Gefahr für das eigene Leben

Puerto-Carrillo ist eine von wenigen Naturschützern in Venezuela, einem Land, in dem Schutz und Erhaltung der Natur kaum ein Thema ist. Die aktuelle Coronakrise macht die Arbeit für den Naturschutz noch schwieriger und gefährlicher. Puerto-Carrillo ist in ihrem Umfeld eine der letzten, die diese wichtige Arbeit mit Mühe noch leisten kann. Das hat jedoch ihre Leidenschaft und Entschlossenheit, den Jaguar und seinen Lebensraum zu schützen, nur noch weiter angefacht.

Einbeziehung der lokalen Bevölkerung

Für Puerto-Carrillo besteht kein Zweifel, dass die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften, Grundbesitzern und Behörden unerlässlich ist, um die Großkatze zu retten. Sie arbeitet an verschiedenen Maßnahmen, wie beispielsweise der Entwicklung alternativer Methoden für die Tierhaltung, um Verluste unter den Jaguaren auf ein Minimum zu begrenzen. Durch die Schaffung eines ökologischen Korridors zwischen den beiden Nationalparks der Region will sie einen zusammenhängenden Lebensraum für die wunderschönen Raubkatzen realisieren.

Grenzen überschreiten

Puerto-Carrillo ist außerdem der Meinung, dass die Arbeit für die Erhaltung des Jaguars über den lokalen Bereich hinausgehen sollte. In Zukunft sollten ihrer Meinung nach Kooperationen zwischen verschiedenen venezolanischen Regionen und mit anderen Ländern geschaffen werden, in denen der Jaguar heimisch ist. Auf diese Weise ließen sich verschiedene Jaguar-Populationen miteinander verbinden und besser schützen.

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